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SIX SIGMA funktioniert nicht … wenn Unternehmen an alten Methoden festhalten
Nicht selten hören wir in Unternehmen: SIX SIGMA haben wir schon mal probiert, das hat bei uns nicht funktioniert. In der Regel trägt dabei SIX SIGMA als Methode keine Schuld – sehr wohl aber Vorgehensweisen, an denen Unternehmen festhalten, obwohl sie überholt oder schlichtweg nicht zielführend sind. Frei nach dem Motto: Du kannst einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen. Dieses Sprichwort ist übrigens genauso falsch wie die Annahme, dass Unternehmenskulturen nicht verändert werden können. Wenn Unternehmen sich jedoch Veränderung wünschen, ohne sich selbst verändern zu wollen, stößt SIX SIGMA an seine Grenzen.
Wenn neue Methoden auf alte Kulturen treffen
SIX SIGMA bringt eine klare Haltung mit: Entscheidungen sollen auf Daten beruhen, Ursachen offen benannt und Prozesse kritisch hinterfragt werden. Genau hier kollidiert Prozessoptimierung oftmals mit vielen etablierten Unternehmenskulturen – Methoden und Verhaltensweisen, die „eben schon immer so waren“. In solchen Unternehmen zählen Hierarchie und Erfahrung häufig mehr als Fakten und fundierte Analysen. Wird SIX SIGMA in einer derartigen Umgebung eingeführt, wird es selten gelebt. Tools sind zwar vorhanden, Schulungen werden absolviert, aber alte Denkweisen bleiben bestehen.
Verbesserung? Ja – aber bitte ohne Veränderung
Viele Unternehmen möchten sich zwar ausdrücklich verbessern, scheuen aber die Veränderung – denn SIX SIGMA stellt unbequeme Fragen und hinterfragt Lösungen, die womöglich seit Jahrzehnten bestehen:
- Warum treten diese Fehler immer wieder auf?
- Warum funktionieren Prozesse nicht stabil?
- Warum weichen Ergebnisse regelmäßig vom Ziel ab?
In einer Unternehmenskultur, die auf Bewahren statt Hinterfragen ausgerichtet ist, werden solche Fragen eher als Kritik statt als Anstoß für eine Optimierung wahrgenommen. Hier steht oft nicht der Prozess im Fokus, sondern die Verteidigung langjährig bestehender Lösungen. Dadurch kann SIX SIGMA nicht zum Fortschritt führen.
SIX SIGMA erfordert Transparenz – und das braucht Mut
Ein zentrales Element von SIX SIGMA ist Transparenz: Klare Daten machen sichtbar, wo Probleme entstehen. Doch in vielen Unternehmen herrscht Angst vor Transparenz – auf allen Ebenen. Denn wer Problemursachen offenlegt, befürchtet, sich rechtfertigen zu müssen. Die Folge: Zahlen werden geschönt, mögliche Analysen kommen über ein oberflächliches Level nicht hinaus. Damit verliert SIX SIGMA jede Wirkungskraft.
Offenheit ist wichtiger als Statistik
Wenn ein SIX SIGMA-Projekt scheitert, wird dies häufig auf mangelndes Statistik-Verständnis geschoben. Tatsächlich ist in der Praxis meist die fehlende Offenheit für neue Sichtweisen schuld. Denn eine Prozessoptimierung funktioniert nur, wenn Unternehmen auf allen hierarchischen Ebenen bereit sind, bestehende Methoden infrage zu stellen.
Man könnte also sagen: SIX SIGMA zeigt, wie lernfähig ein Unternehmen tatsächlich ist. Es macht sichtbar, wo Organisationen an Gewohnheiten, Machtstrukturen oder Denkmodellen festhalten – auf Kosten des Fortschritts. Sind Unternehmen aber bereit, loszulassen, zuzuhören und neue Ansätze zu lernen, entfaltet SIX SIGMA seine eigentliche Stärke als Motor für nachhaltige Weiterentwicklung. Wenn auch Sie mehr über die Chancen der Prozessoptimierung erfahren möchten, kontaktieren Sie mich gerne.
Bildquelle: Bild von cottonbro studio auf Pexels