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Wer ist dieser Murphy – und warum macht er unsere Prozesse kaputt?
Vielleicht haben Sie das auch einmal erlebt: Ein Prozess läuft jahrelang „eigentlich ganz gut“ – dann startet das Unternehmen ein Verbesserungsprojekt, führt SIX SIGMA ein, Messpunkte werden definiert und Meetings angesetzt. Und plötzlich häufen sich die Störungen und Fehler. Systeme fallen aus, ein Sonderfall jagt den nächsten, Terminvereinbarungen werden nicht eingehalten. Gedanken, die sich aufdrängen: Haben wir den Prozess nun kaputt gemacht? Oder war Murphy hier am Werk?
Was ist hier eigentlich los?
Wir alle kennen Murphy’s Law. Der Klassiker: Man stellt sich an der Supermarktkasse in die kürzeste Schlange – und wartet am längsten. Sinngemäß bedeutet Murphy’s Law: „Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen.“ Doch was bedeutet das im Projektalltag oder konkret in der Prozessoptimierung mit SIX SIGMA? Kaum schaut jemand genauer hin, scheint sich der Prozess ausgerechnet in diesem Moment von seiner schlechtesten Seite zu zeigen. Womöglich kommt bei den beteiligten Teams sogar Scham auf sowie die Frage: Wurde das alles vorher übersehen? Tatsächlich ist das, was wir auf Murphy schieben, eigentlich ein Zeichen von Fortschritt.
Denn Prozesse werden nicht schlechter, weil man sie misst. Sie werden sichtbarer, wenn man ihnen die nötige Aufmerksamkeit widmet. Wenn vorher vieles unter dem Radar lief, fallen nun plötzlich manuelle Workarounds, Abhängigkeiten von einzelnen Personen oder instabile Schnittstellen auf. Wendet man den Blick lang genug ab, können derartige Strukturen erstaunlich lang funktionieren. Sobald Transparenz gefordert ist, meldet sich Murphy scheinbar höchstpersönlich.
SIX SIGMA nutzt die „Murphy’s Law“-Momente
SIX SIGMA setzt an dieser Stelle sehr pragmatisch an. Statt Murphy zu verfluchen, macht sich die Methode genau diese Momente zunutze. Denn eine Häufung von Problemen ist kein Beweis für Chaos und Unvermögen, sondern ein wichtiger Hinweis auf systematische Ursachen.
Die durch gezielte Beobachtung und Analyse gesammelten Daten helfen, zwischen Zufall und Muster zu unterscheiden. War es ein einmaliger Ausrutscher – oder passiert der Fehler jeden Dienstag? Unter welchen Bedingungen tritt er auf – und hat er etwas mit anderen Fehlern gemeinsam?
Cool-Down statt Panik
Tritt ein solcher Murphy’s Law-Moment auf, machen viele Projektteams einen typischen Fehler: Sie reagieren panisch, organisieren zusätzliche Kontrollen und Abstimmungsrunden, um das „neue Problem“ schnell zu beheben. Dies löst selten die Ursache. SIX SIGMA geht bewusst einen anderen Weg: langsamer und überlegt handeln, statt schnell einzugreifen. Jede Annahme muss konsequent mit Daten und Fakten untermauert werden – so verliert Murphy schnell seinen Schrecken, wenn er messbar wird.
Auch die persönliche Haltung zählt
Entscheidend ist auch die eigene Einstellung: Wer Murphy’s Law-Momente als persönliches Versagen und absolute Unternehmenskrise interpretiert, wird entweder panisch oder defensiv. Beides bringt den Prozess nicht voran. Stattdessen sollten solche Momente als Einladung zum Lernen und zur Weiterentwicklung verstanden werden: eine echte Basis für nachhaltige Verbesserung.
Denn letztlich sind es in SIX SIGMA-Projekten genau diese Phasen, die über den Ausgang entscheiden: zurück in alte Muster und nach vorne zu stabileren Abläufen. Mit einem erfahrenen SIX SIGMA-Coach an Ihrer Seite gelingt es auch in Ihrem Unternehmen, den zweiten Weg zu gehen – und sich von Murphy nicht entmutigen zu lassen. Gerne berate ich Sie.
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